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Sonntag, 12. Dezember 2010

Advent, Advent…..

Fröhlich soll mein Herze springen

  1. Fröhlich soll mein Herze springen / dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren!
  2. Heute geht aus seiner Kammer / Gottes Held, der die Welt / reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute; Gottes Kind, das verbindt / sich mit unserm Blute. FröhlichSollMeinHerzeSpringen
  3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt / über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn / aus dem Thron / seiner Macht und Ehren.
  4. Er nimmt auf sich, was auf Erden / wir getan, gibt sich dran, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet / und bei Gott / für den Tod / Gnad und Fried erwirbet.
  5. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich / mich und dich, spricht mit süßen Lippen: „Lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt: ich bring alles wieder.“
  6. Ei so kommt und lasst uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der euch gern / Licht und Labsal gönnet.
  7. Die ihr schwebt in großem Leide, sehet, hier / ist die Tür zu der wahren Freude; fasst ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort/ euch kein Kreuz wird rühren.
  8. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd / und Gewissensschmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil / machet heil / die vergift'ten Wunden.
  9. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben / und das Gold, da ihr sollt / euer Herz mit laben.
  10. Süßes Heil, lass dich umfangen, lass mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich / mich durch dich / wohl zufrieden geben.
  11. Meine Schuld kann mich nicht drücken; denn du hast meine Last / all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden; ich bin gar / rein und klar / aller meiner Sünden.
  12. Ich bin rein um deinetwillen: du gibst gnug / Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm! Edle Blum, lass dich recht genießen.
  13. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir / leben hier, dir will ich hinfahren; mit dir will ich endlich schweben / voller Freud / ohne Zeit / dort im andern Leben.

      Paul Gerhardt 1607-1676
      Bildquelle: SCM-Shop

    Mittwoch, 8. Dezember 2010

    Adventskalender

    Bei evangelisch.de steht heute ein schönes Kalenderblatt im Adventskalender.
    Bild für Mittwoch, 08. Dezember
    Bildnachweis: epd-bild

    Theodor Fontane über Ahnen und Sehen

    Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
    Aber als Knecht Ruprecht schon
    Kommt der Winter hergeschritten,
    Und alsbald aus Schnees Mitten
    Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

    Und was jüngst noch, fern und nah,
    Bunt auf uns herniedersah,
    Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
    Und das Jahr geht auf die Neige,
    Und das schönste Fest ist da.

    Tag du der Geburt des Herrn,
    Heute bist du uns noch fern,
    Aber Tannen, Engel, Fahnen
    Lassen uns den Tag schon ahnen,
    Und wir sehen schon den Stern.

    Donnerstag, 30. September 2010

    An einen Weltverbesserer

    »Alles opfert' ich hin,« sprichst du, »der Menschheit zu helfen; 
        eitel war der Erfolg, Hass und Verfolgung der Lohn.«
    -
    Soll ich dir sagen, Freund, wie ich mit Menschen es halte?
        Traue dem Spruche! Noch nie hat mich der Führer getäuscht.
    Von der Menschheit – du kannst von ihr nie groß genug denken; 
        wie du im Busen sie trägst, prägst du in Taten sie aus.
    Auch dem Menschen, der dir im engen Leben begegnet, 
        reich' ihm, wenn er sie mag, freundlich die helfende Hand.
    Nur für Regen und Tau und fürs Wohl der Menschengeschlechter 
        lass du den Himmel, Freund, sorgen, wie gestern, so heut.

    Friedrich Schiller (1759-1805), An einen Weltverbesserer